Blog: Was Sie über den Umgang mit den Generationen in Ihrem Unternehmen wissen sollten

Umgang mit den Generationen in Ihrem Unternehmen
Bildquelle: © Stettler Consulting AG / Birgit Troschel

Gastbeitrag von Birgit Troschel im Gesundheitsnetz 2025 – Newsletter 2017/01

In zehn Jahren werden 70% Ihrer Mitarbeitenden Gen Y und Z sein

Die Generation Y (auch NextGen, Digital Natives oder Millenials genannt) ist heute zwischen 23 und 36 Jahren und besonders gekennzeichnet durch sehr engagierte Eltern und die frühe Einbindung in Entscheidungsprozesse. Der Generation Z wird zusätzlich Konservatismus nachgesagt. Der meistgelesene Erziehungsratgeber ihrer Eltern: Gordon’s Familienkonferenz und damit die Demokratisierung der Familie. Sie prägten den Begriff Helikoptereltern.

Die Generationen Y und Z gelten als konsumfreundlich, aber der Kommerz sollte «gewissensfreundlich» sein, und – entgegen vieler negativer Artikel über diese Generationen – gelten sie als engagiert und werteorientiert. Statussymbole sind von klein auf zugänglich und haben so ihren Reiz verloren.
Autos, Haushaltsgeräte, Wohnungen werden geteilt. Während Erfolg von der Generation X mit Status, Sicherheit und Geld gleichgesetzt wurde, defnieren die Generationen Y und Z ihren Erfolg als «alle Interessen unter einen Hut bringen»: interessanter Job, Familie, Sport, Reisen etc. Lebensstandard wird durch Lebensqualität ersetzt.

Wissen ist jederzeit und überall zugänglich: Erinnern Sie sich noch, als Wissen ausschliesslich in Büchern und Vorlesungen zugänglich war? Heute kann man zu jeder Tages- und Nachtzeit Informationen online erhalten. Die Vorlesungen vieler Studiengänge an Schweizer Universitäten werden aufgezeichnet und man kann sie online besuchen. Man «geht» auch nicht mehr «zur Arbeit». Für viele ist ihre Arbeit inzwischen überall und zu jeder Zeit durchführbar: Dies ändert das Konzept von Arbeit. Begünstigt wird dies auch durch die verlängerte Jugend («extended youth») dieser Generationen.
Nur einer von zehn Gen Y oder Z hat familiäre Verpflichtungen in Form von Ehepartnern, Kindern oder Darlehen für ein Haus. Erwerbsarbeit wird durch eine Sinnsuche ersetzt und man ist deshalb auch schneller bereit zu kündigen, falls die Erwartungen oder Versprechungen des Einstellungsgesprächs
oder der Webseite des zukünftigen Arbeitgebers nicht erfüllt werden. Der Wunsch nach gemeinsamen ausserbetrieblichen Aktivitäten nach der Arbeit oder das Fragen nach Teilzeit, Auszeiten oder Sabbaticals bereits im Einstellungsinterview sind daher nicht selten.

Wissen wird geteilt: Die frühe Einbindung in familiäre Entscheidungsprozesse hat den Selbstwert der Generation Y und Z sehr gestärkt. Das Verständnis für «exklusive» Information: Meetings zu denen man nicht eingeladen ist, Interna der Firma, die nicht mit allen Mitarbeitenden geteilt werden, ist gering und schafft Spannungen. Wissen hat seine Macht verloren. Die fehlende Unterscheidung von Freunden und Familie schafft zusätzlich ein neues Phänomen: Persönliche Gehälter und/oder Ärger mit dem Vorgesetzten werden in Chats, und damit öffentlich im Netz diskutiert. Hier werden neue Regeln der Kommunikation und Information entstehen.

Wissen ist schnell veraltet: Es gibt kaum noch ein technisches Gerät, das nicht regelmässig ein Update benötigt. Dies gilt auch für die Ausbildungen und Berufe. Während Gen X sich mit der Wahl einer Ausbildung und eines Berufes sicher wähnte, wie der berufliche Alltag aussehen würde, sind die Generation Y und Z in der Berufswahl (zu Recht!) stark verunsichert. Auch Berufe, die mit Menschen (nicht Technik) zu tun haben, sind stark im Wandel. Z.B. ist die Information von Laien/Patienten durch das Internet immer häufger Gegenstand von Artikeln von Ärzten, die sich zunehmend fordernden und halbgebildeten Patienten gegenüber sehen, die bestimmte Therapien verlangen. Das weltweite und damit aktuelle Wissen zu ihrer Diagnose finden sie im Internet. Eine permanente Weiterbildung, gerade auch im technischen Wandel der Berufsbilder, wird unerlässlich.

Die erfolgreiche Führungskraft sollte lernfähig und bescheiden sein: Hohe Ichstärken (Selbstbehauptung, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen) waren früher ein Garant für Führungseignung und Führungserfolg. Heute sehen sich Vorgesetzte mit Mitarbeitenden konfrontiert, die selbstbewusst und up-todate ausgebildet sind. Viele Probleme erfordern heute zusätzlich crossfunktionales Wissen. Geht die Führungskraft zu ichstark in die Führungssituation, werden sich die Mitarbeitenden zwar unterordnen, aber es wird so nicht die beste Lösung für die Firma gefunden. Die erfolgreiche Führungskraft sollte in der Lage sein, alle Generationen zu motivieren und in die Lösungsfindung einzubeziehen. Der Schlüssel hierzu ist – nach wie vor – die empfundene Wertschätzung der Mitarbeitenden. Um «generationenkonforme» Wertschätzung zu zeigen, lohnt es sich, sich mit den Unterschieden zwischen den Generationen zu beschäftigen…

Zusatzinformation

Der Soziologe Karl Mannheim formulierte: eine Generation ist eine Altersgruppe, die durch gemeinsame historisch-gesellschaftliche Ereignisse und Einwirkungen geprägt wurde, wodurch sie sich von früher oder später geborenen Menschen unterscheidet.

Heute unterscheidet man

– Babyboomer (geboren 1946–1964 ca. 1,72 Mio. Schweizer)

– Generation X (geboren 1965–1980 ca. 1,43 Mio. Schweizer)

– Generation Y (geboren 1981–1994 ca. 1,1 Mio. Schweizer)

– Generation Z (geboren ab 1994, ca. 1,38 Mio. Schweizer)

Insbesondere die digitale Revolution hat unser Leben nachhaltig verändert. Der pädagogische Generationenbegriff unterscheidet z.B. zwischen vermittelnder und aneignender Generation. Gerade in der digitalisierten Gesellschaft lernen jedoch nicht selten ältere Menschen von jungen. Digital Literacy und Connectivity sind die neuen Erfolgsfaktoren. Findet hier ein Wandel statt, der über den normalen Generationenkonflikt hinausgeht?

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