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Schweizer Führungskräfte im Gespräch
Ich will wissen, was Realität ist

Urs Humbel, Geschäftsführer der Grünenthal Pharma AG, arbeitet dort, wo andere Ferien machen. Es gibt aber noch gewichtigere Argumente, die Talente ins „Green Valley“ locken. In diesem Interview verrät Herr Humbel zudem, in welches neue Therapiegebiet Grünenthal eingestiegen ist.

Hatten Sie als Kind einen Traumberuf?

Ja, als Jugendlicher fuhr ich oft mit dem Fahrrad zum nahegelegenen Flugplatz und beobachtete das Geschehen. Ich wollte Pilot werden. Der Traum ist nach der fliegerischen Vorschulung leider geplatzt – geblieben sind mir einige lebhafte Erinnerungen ans Segelfliegen hoch über dem Birrfeld.

Heute arbeiten Sie mit festem Boden unter den Füssen. Sie sind Geschäftsführer der Grünenthal Pharma AG. Welche 3 Stationen sehen Sie als zentral in Ihrer Karriere?

Die Tätigkeit im Aussendienst, den Wechsel ins Marketing sowie mein Start 1995 als Marketing- und Verkaufsleiter bei der Grünenthal Pharma AG.

Warum denken Sie, sind Sie erfolgreich in Ihrer Funktion?

Ich suche die Nähe zu den Leuten und zum Geschehen. So spüre ich, was läuft, was funktioniert und wo meine Mitarbeitenden Support benötigen. Am Ende des Tages will ich wissen, was Realität ist.

Sie selbst sind auch Teil dieser Realität. Wie treten Sie gegenüber Ihren Mitarbeitenden auf?

Ich zeige Herzblut und Engagement, in dem was ich tue. Dies gelingt vor allem, weil mir meine Rolle Spass macht. „walk the talk“ – ich lebe, was ich predige.

Mussten Sie auf Ihrem Karriereweg auch Misserfolge hinnehmen?

Nein, denn diesen Teil blende ich gerne aus (lacht). Im Ernst, jeder erlebt Misserfolge und ist sich diesen bewusst, wenn er genügend selbstkritisch ist. Ich erlebte Niederlagen, als ich dachte, ich weiss es selber am besten. Und plötzlich stellt man fest: eine Drittmeinung wäre wohl erfolgsversprechender gewesen.

Beeinflussten Ihre ehemaligen Vorgesetzten Ihr Verständnis von Führung?

Auf jeden Fall. Ich hatte grosses Glück mit meinen Vorgesetzten. Ich erinnere mich ab und zu an Situationen und wie meine damaligen Chefs erfolgreich agierten. Anders als beim simplen „Kopieren“ setzt man auf dieser Erfahrungsbasis dann seine eigene Persönlichkeit und Fähigkeiten ein. Letzten Endes trifft man im Führungsalltag aber auch viele Bauchentscheide.

Apropos Entscheide: Der Anfahrtsplan zu Ihrem Unternehmen liest sich beinahe wie ein naturlyrisches Werk aus dem Glarnerland. Schliesslich landet man in „Mitlödi“. Warum entscheiden sich Talente trotzdem, an diesem abgelegenen Standort zu arbeiten?

Fahren Sie bei schönem Wetter zu uns ins „Green Valley“, dann wissen Sie die Antwort…  Wir arbeiten wirklich an einem ganz besonderen und wunderschönen Ort. In der Laudatio unserer Auszeichnung zur „Best Company to Work for“ in den Jahren 2013 und 2016 stand: wir arbeiten dort, wo andere Ferien machen. Natürlich brauchen wir trotzdem bessere Argumente, als ein zentral gelegenes Unternehmen.

Welches sind Ihre gewichtigsten Argumente?

Unsere Attraktivität liegt u.a. im respektvollen Umgang mit den Mitarbeitenden und in einem Arbeitsklima, in dem man sich wohlfühlen und entfalten kann. Talente entwickeln sich auch bei uns und nicht nur in der Big Pharma. In kleinen Teams ist man eng miteinander vernetzt und jeder einzelne zählt. „Verstecken“ geht bei uns nicht. Jeder ist exponiert, jeder hat Einfluss.

Sie sprechen das gute Arbeitsklima an. Welche Faktoren prägen bei der Grünenthal Pharma AG die Kultur?

Wir sind nicht börsenkotiert sondern eine von „echten“ Unternehmern getragene Firma. Dieser unternehmerische Geist wird bis ins unterste Level gelebt. Man kennt sich und die Wege sind kurz. Wir sind nicht Big Pharma aber genau so professionell. Und seit der Konzernchef ein Schweizer ist, hat auch eine gewisse „Swissness“ Einzug gehalten.

Bieten Sie auch Raum für den informellen Austausch?

Selbstverständlich. Beispielsweise veranstalten wir gelegentlich gemeinsame Events, um den Kontakt zwischen dem Aussen- und Innendienst zu fördern. Wir treffen uns zudem zum informellen Gespräch am von uns ernannten „Dorfbrunnen“ (der Cafeteria) oder im Sommer auf der Grillstelle auf unserem Firmengelände.

Kommen wir vom idyllischen Dorfbrunnen zurück aufs nationale Parkett. Welche Trends verzeichnen Sie im hiesigen Gesundheitswesen?

Da gibt es einige. Starke Spuren hinterlässt der Schritt zur High-Tech Medizin, die erfolgsabhängige Kostengutsprache sowie die Diskussionen um ambulante oder stationäre Behandlungen. Des Weiteren entstehen immer mehr Gesundheitszentren anstelle von Einzelpraxen.

Die Grünenthal Pharma AG setzt auf Forschung und Entwicklung im Bereich Schmerztherapie. Gibt es Bahnbrechendes zu berichten?

Bei uns herrscht Hochbetrieb. Aktuell steigen wir in ein für uns neues Therapiefeld ein: Wir launchen dieses Jahr ein neues Produkt in der Gichttherapie. Auch die nächsten Jahre werden Innovationen hervorbringen. Sie dürfen gespannt sein.

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Wie gelingt erfolgreiche Führung im dynamischen Umfeld des Gesundheitswesens? Was macht Arbeitgeber in Pharma, Hospital und Medizintechnik attraktiv? Im Stettler Talk kommen jeden Monat exklusiv Schweizer Führungskräfte zu Wort und bringen auf den Punkt, was sie persönlich und die Branche bewegt.

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