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Schweizer Führungskräfte im Gespräch
«Über den Tellerrand hinausblicken» ist gefragt

Lionel van den Broeck, Country Lead Switzerland der Baxter AG, setzt in der Zeit der Pandemie auf Remote-Selling und Online-Schulungen. Für die Aussendienstmitarbeitenden heisst das, die gewohnten Vertriebswege zu verlassen und umzudenken. Mit dem geeigneten Führungsstil und Teamspirit scheint dies bei Baxter gut zu gelingen.

Herr van den Broeck, Sie sind Belgier, seit über 20 Jahren in der Schweiz und seit fast 2 Jahren Country Lead Switzerland von Baxter AG, wie ist Ihre Karriere bisher verlaufen?

Als ich in die Schweiz kam, hatte ich früh die Gelegenheit, in die MedTech-Berufswelt einzusteigen. Zuerst als Vertriebsmitarbeiter, dann als Verkaufsleiter und schliesslich als Business Unit Head und Country Lead Switzerland.

Was sind Ihre Karrieretipps?

Den Wunsch und die Bereitschaft zu haben, kontinuierlich zu lernen. Fehler machen wir alle, das ist nicht die Frage. Die Frage ist vielmehr, ob wir aus den Fehlern lernen. Das geht nur, wenn man den Irrtum korrigiert, versucht, es beim nächsten Mal besser zu machen und verantwortungsbewusstes Handeln an den Tag legt. Und man muss offen sein für neue Ideen, neue Strategien und in der Lage sein, über den eigenen Tellerrand hinausblicken zu können.

Wie managen Sie als Country Lead Switzerland Ihre Aufgaben erfolgreich?

Das Wichtigste für eine erfolgreiche Umsetzung ist ein Team von engagierten Mitarbeitenden mit eigenem Fachwissen, die sich aktiv für die gemeinsame Vision und Mission einsetzen. Deshalb lege ich grossen Wert auf die interne Kommunikation, den Meinungsaustausch und die Teambildung, damit wir unseren Kunden und Partnern den bestmöglichen Service bieten können. Die weltweite Mission von Baxter lautet „Saving and Sustaining Lives“. Jede/r Mitarbeitende ist täglich gefordert, daran zu arbeiten, sie umzusetzen, natürlich unter Einhaltung unserer Ethik- und Compliance-Richtlinien.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben und worauf legt die Baxter Schweiz AG wert?

Ich führe sehr zielorientiert, aber nach dem Prinzip des Vertrauens und verfolge eine klare strategische Vision, die ich zusammen mit dem Team definiere. Baxter legt grossen Wert auf proaktives Verhalten und tägliches Engagement der Teammitglieder. Dabei sollen die Mitarbeitenden sich in einer angenehmen professionellen Atmosphäre nach ihren Wünschen entwickeln können und lernen, Herausforderungen als Chancen zu sehen.

Welche besonderen Massnahmen haben Sie in Ihrem Team in Zeiten von COVID-19 eingeführt?

Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat für uns oberste Priorität, und wir tun alles, was wir können, um unsere Mitarbeitenden, Patienten, das Gesundheitssystem und die Bevölkerung, für die wir weltweit tätig sind, in diesen beispiellosen Zeiten zu unterstützen. Für die Aussendienstmitarbeitenden haben wir die Online-Teambesprechungen massiv ausgebaut und regelmässige 1:1-Meetings zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden eingeführt, um näher am Puls der Mitarbeitenden zu sein. Wir führen auch interne Kurse zum Thema Remote-Selling durch und versuchen, uns durch die Auswertung von Befragungen der Mitarbeitenden kontinuierlich zu verbessern, um unseren Kunden und Patienten weiterhin die bestmöglichen Dienstleistungen zu bieten.

Was haben Sie schon verbessert?

Wir haben zum Beispiel die Reaktionsgeschwindigkeit untersucht; d. h. wie schnell wir uns als Team mit den gegebenen Fähigkeiten und Ressourcen an die neuen Herausforderungen auf dem Markt anpassen können. Wir mussten von heute auf morgen unsere Arbeitsgewohnheiten ändern und insbesondere gewohnte Vertriebswege verlassen, um kurzfristig einsatzbereit zu sein. Das können wir jetzt schneller als bisher tun, zum Beispiel wenn sich die Bedingungen in Zukunft wieder ändern sollten.

Wie setzen Sie das Remote-Selling konkret um?

Dank modernster IT-Tools und ausgezeichneter IT-Unterstützung waren wir 24 Stunden nach Beginn des lock-downs in der Schweiz einsatzbereit. Wir begleiten und schulen unsere Verkaufsteams, fast 100% auf Online-Interaktionen mit den Kunden umzustellen, z. B. im Hinblick auf Präsentationen und Schulungen zu unseren Produkten und Lösungen.

Das Angebot von Baxter unterteilt sich grob in Medizinalprodukte und Anwenderschulungen. Wie führen Sie Produktschulungen aktuell während der COVID-19-Pandemie durch?

Auch während der COVID-19-Pandemie gelten die Anforderungen an die Einhaltung der Vorschriften für Medizinprodukte natürlich weiterhin, insbesondere im Hinblick auf die Qualität und Häufigkeit der Anwenderschulungen. Die Situation im Zusammenhang mit COVID-19 stellte für uns eine positive Herausforderung dar. Wir mussten sowohl intern als auch extern einen bedeutenden und schnellen Sprung in Richtung Digitalisierung machen und den Fernunterricht ausbauen. Unsere ersten Erfahrungen damit sind äusserst positiv, und die Lernkurve ist beeindruckend.

Baxter ist weltweit führend im Bereich Dialyse und der Akutversorgung – welche Innovationen von Baxter begeistern Sie zurzeit am meisten?

Ich bin beeindruckt von unserem neuen PrisMax-System für die Intensivpflege. Ich freue mich sehr, dass unser Team in dieser schwierigen Zeit die Einführung, die Schulungen und die Unterstützungen für das Pflegepersonal sehr gut umsetzen konnte.

Begeistert bin ich auch von unseren telemedizinischen Plattformen, da alle neuen Behandlungsparameter aus der Ferne gesteuert und Überwachungsdaten eingesehen werden können. Das macht die Patienten zu Hause unabhängiger, erhöht die Lebensqualität und auch die Leistungserbringer im Gesundheitswesen berichten von einer geringeren Ressourcenauslastung.

Abschliessend noch eine persönliche Frage: Sie gehen gerne wandern, golfen und vor allem Ski fahren – trainieren Sie bei diesen Tätigkeiten auch Skills, die Sie als Führungspersönlichkeit gebrauchen können?

Auf jeden Fall. Beim Skifahren zum Beispiel ist es wichtig, nicht nur schnellstmöglich, sondern auch sicher ans Ziel zu kommen. Auf der Abfahrt zum Ziel sind schnelle Reaktions- und Anpassungsfähigkeit, hohe Konzentration und Stressresistenz gefragt. Beim Golfen und besonders beim Wandern entspanne ich natürlich auch an der frischen Luft und geniesse die schöne Natur, das gibt mir Ruhe, Gelassenheit und Energie, um in turbulenten Momenten einen kühlen Kopf zu bewahren.

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