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Schweizer Führungskräfte im Gespräch
An oberster Stelle stehen die Sicherheit und das Wohlbefinden

Dr. Remo Gujer, Pharmazeut und General Manager Schweiz und Österreich von Bristol Myers Squibb, kann in seiner Arbeit seiner Passion folgen und setzt auf die Sicherheit und das Wohlbefinden seiner Mitarbeitenden.

Dr. Remo Gujer, Sie haben bei Celgene als Teil eines dreiköpfigen Teams begonnen, vor zwei Jahren kam die Zusammenführung von Celgene und Bristol Myers Squibb, nun sind Sie General Manager Schweiz und Österreich von Bristol Myers Squibb. War das schon immer Ihr Wunschjob?

Meine Passion ist es, Neues zu entwickeln und mit Innovationen einen Mehrwert und Fortschritt zu generieren. Dieser Passion konnte ich bereits im Rahmen meiner Tätigkeit bei Celgene folgen und das trifft auch jetzt für meine Arbeit bei Bristol Myers Squibbvoll und ganz zu. Zum Beispiel schwere Erkrankungen von Patienten mit neuartigen Therapien grundlegend und positiv zu beeinflussen, das begeistert und motiviert mich sehr.

In den letzten 10 Jahren hatten Sie jeweils für 2-3 Jahre die Verantwortung für die Regionen Ost-Europa, dann Belgien, Holland und zuletzt waren Sie VP-General Manager von Celgene UK und Irland. Was haben Sie in dieser Zeit für Erkenntnisse gewonnen?

Eine wichtige Erkenntnis war, zu sehen, wie lange es dauert, bis die molekularbiologischen Technologien, welche ich schon vor mehr als 20 Jahren in meinen eigenen Labor-Forschungsprojekten angewandt hatte, dem Patienten als Therapie direkt zu Gute kommen. Andererseits konnte ich mich mit der Komplexität der Gesundheitssysteme auseinandersetzen, welche sich von Land zu Land unterscheiden. Das Verständnis dieser Gesundheits-Systeme, die Verhandlungen und Partnerschaften mit Entscheidungsträgern und die Kultur und das Engagement unserer Mitarbeitenden in diesen Ländern, haben meine Denkweise stark geprägt.

Wie haben Sie während der Zusammenführung von Celgene und Bristol Myers Squibb die Mitarbeitenden aus diesen unterschiedlichen Firmenkulturen begleitet?

Ziel war es, gemeinsam das Beste der beiden Firmenkulturen zusammen zu bringen. Bei Celgene wurde viel Verantwortung direkt in den Ländern übernommen und trotzdem waren die Firmenwerte der globalen Muttergesellschaft sehr präsent. Bristol Myers Squibb hat eine über 200-jährige erfolgreiche Firmengeschichte und schafft es mit integrierten Prozessen, fokussiert und innovativ Forschung zu betreiben und neue Therapien zügig zur Marktreife zu bringen. Die beiden Firmen haben sich hervorragend ergänzt, was auch eine schnelle Integration der Teams in den Niederlassungen der Schweiz und Österreichs ermöglichte.

Bristol Myers Squibb gehört zu den weltweit fünf grössten Pharmakonzernen. Kann man davon ausgehen, dass die „High Potentials“ bei Ihnen Schlange stehen?

Wir möchten und brauchen „High Potentials“, doch um diese zu gewinnen, müssen wir auch etwas tun. Unser Ziel ist es, einer der besten Arbeitgeber der Schweiz zu sein. Genauso wichtig ist mir, die Talente innerhalb unserer Unternehmung gezielt zu fördern, indem wir vielfältige Entwicklungsprogramme innerhalb unserer Region und zusammen mit unseren globalen Teams anbieten.

Im Ranking von «Best WorkplacesTM» liegt Bristol Myers Squibb in der Schweiz auf Platz Nr. 4 und in Österreich sogar auf Platz Nr. 1, gratuliere!

Wir sind natürlich stolz auf diese beiden sehr guten Platzierungen. Es ist das Resultat einer Unternehmenskultur, welche auf allen Ebenen bei Bristol Myers Squibb gelebt wird. Die Förderung von Diversität und die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter spielen dabei eine zentrale Rolle.

Wenn Sie an COVID-19 denken, was kommt Ihnen als General Manager von Bristol Myers Squibb als erstes in den Sinn?

Dass diese globale Herausforderung Koordination, Zusammenarbeit und Alignment weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus erfordert und dass Forschung und Wissenschaft uns aus dieser Krise führen.

Haben Sie in Ihren Führungsstil seit dem COVID-19-Lock-Down angepasst?

Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden stehen für mich klar an oberster Stelle. Eine gute, offene und authentische Kommunikation sind mir sehr wichtig, um auch über die Monate im Homeoffice hinaus ein gutes Gespür und Verständnis für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu behalten. Auch das Übertragen von Verantwortung und die Möglichkeit, dass Mitarbeiter flexibel und situativ dort entscheiden, wo die beste Information vorhanden ist, hat viel zur Bewältigung einzelner Herausforderungen in dieser Krise beigetragen.

Welche Bereiche stehen bei Bristol Myers Squibb zukünftig im Fokus?

Auch in der Forschung und klinischen Entwicklung ist Bristol Myers Squibb fokussiert auf Krebs und Immunerkrankungen. Unsere Industrie steht mitten in einer Innovationstransformation. Neue biotechnologische Methoden, die elektronische Verarbeitung und Vernetzung von Gesundheitsdaten und die Unterstützung künstlicher Intelligenz bieten grosse Chancen, neuartige Medikamente zu entwickeln und Therapien gezielter einzusetzen. Diesen Mehrwert von innovativen Therapien gilt es für die Bevölkerung auch sichtbarer und verfügbar zu machen.

Wie sieht die aktuelle Bristol Myers Squibb Pipeline aus?

Wir haben in den nächsten eins bis zwei Jahren viel vor. Mit der CART Zell Therapie haben wir eine Pipeline von Krebsimmuntherapien bei welchen die T-Zellen eines Patienten gentechnologisch verändert werden, damit diese gezielt den Tumor erkennen und das Immunsystem diese bekämpfen kann. Wir haben weitere innovative Therapien in der klinischen Entwicklung, welche auf zellulärer Ebene helfen, Krebs, Immun- und kardiovaskuläre Erkrankungen gezielter und ursächlicher zu bekämpfen.

Noch eine persönliche Frage: Sie haben aufgrund Ihrer Arbeit mit Ihrer Frau und Ihren drei Kindern in England gelebt und sind dann wieder in die Schweiz zurückgekehrt. Wie haben Sie diese Wechsel des Familien-Lebensmittelpunktes gemanagt?

Die Schweiz zu verlassen, war für unsere Kinder eine grosse Umstellung, da gab es natürlich die eine oder anderer Herausforderung. Wir konnten uns aber gut akklimatisieren und unsere gemeinsame Zeit in England war eine grosse Bereicherung für uns als Familie. Dass wir uns auch im lokalen englischen Umfeld so schnell und gut eingelebt haben, ist klar der Verdienst meiner Frau. Als wir wieder zurück in die Schweiz gekommen sind, waren unsere Kinder Teenager. Heute sind wir sehr glücklich, wieder in der Schweiz zu sein.

Welche Menschen inspirieren Sie?

Mich inspirieren grosse Forscher und innovative Denker. Das können Menschen von früher sein, wie Leonardo da Vinci oder aber auch aus der heutigen Zeit. Einfach Menschen, die den Mut haben, Dinge neu anzugehen, bestehende Prozesse zu hinterfragen und sie unter einem neuen Blickwinkel zu betrachten, um dann etwas Neues zu generieren.

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