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Schweizer Führungskräfte im Gespräch
Die Zukunft gehört der integrierten Gesundheitsversorgung

Dr. Rebekka Ellenrieder, Country Managerin Schweiz und Österreich der Abbott Rapid Diagnostics Schweiz GmbH, hat bereits im Rahmen ihrer Doktorarbeit zum Thema integrierte Gesundheitsversorgung geforscht. Heute kommt dieses Konzept immer häufiger zum Einsatz, nicht zuletzt auch in Bezug auf die COVID-19-Tests.

Dr. Rebekka Ellenrieder, seit August 2020 sind Sie Country Managerin Schweiz und Österreich von Abbott, was gefällt Ihnen besonders an dieser Führungsaufgabe?

Die Startphase fiel in eine sehr herausfordernde Zeit, was einerseits neue Wege verlangte und mir anderseits die Chance gab, mein Team und meine Kolleginnen und Kollegen während einer gemeinsamen «Krisenzeit» kennenzulernen. Das Spannungsfeld zwischen einer sich schnell ändernden Diagnostikwelt und der Führung eines gut etablierten Teams sagt mir sehr zu. Zudem ist Abbott sehr innovativ und schnell unterwegs, u. a. auch was die Neuentwicklung von COVID-19-Tests angeht, das gefällt mir und motiviert mich.

Sie haben bei Abbott eine moderne Matrixstruktur vorgefunden. Wie bewältigen Sie die Länderführung in einer solchen Struktur?

Das ist in der Tat, vor allem für kommerzielle Teams, nicht ganz einfach. Es ist wichtig, die verschiedenen «Akteure» kennenzulernen und eine Beziehung mit den Personen aufzubauen. Die Durchführung von gemeinsamen Projekten mit strukturierten Plänen hilft dabei, die Ziele zu definieren und die Resultate zu messen. Die Länderführung in einer Matrixstruktur erfordert zudem ein geschicktes «Jonglieren» zwischen «push und pull».

Vor mehr als 130 Jahren hat der Arzt Dr. Wallace C. Abbott in Chicago seine erste Apotheke eröffnet, heute ist Abbott ein weltweit tätiges Unternehmen mit rund 109‘000 Mitarbeitern und dem Ziel, die Gesundheitsversorgung zu revolutionieren. Welche Ansätze werden dabei verfolgt?

Abbott legt grossen Wert auf innovative Lösungen und vor allem solche Lösungen, die der breiten Bevölkerung dienen und helfen sollen. Abbott hat ein starkes Rückgrat, um auch in Krisensituationen, wie z. B. während der beiden Weltkriege, der Bevölkerung mit Heilmitteln zur Seite stehen zu können. Im ersten Weltkrieg hat Abbott zusammen mit Dr. Henry Dakin ein antiseptisches Produkt zur Behandlung von verletzten Soldaten entwickelt. Heute ist Abbott in der Detektion von COVID-19 sehr engagiert.

Stichwort integrierte Gesundheitsversorgung – welchen Beitrag kann Abbott hier leisten?

Abbott deckt mit Bereichen wie Diagnostik, Diabetes, Medizintechnik, medizinische Ernährung und Informatics ein breites Spektrum ab. Durch die Vernetzung der unterschiedlichen Fachdisziplinen kann die Versorgung sektorenübergreifend und mit höherer Qualität stattfinden und gleichzeitig können die Kosten gesenkt werden.

Die Qualität der Gesundheitsversorgung zu steigern bei gleichzeitiger Kostenreduktion – wie sieht das in der Praxis aus?

Das verlangt eine gute Strategie und Geschäftsführung. Ein aktuelles Beispiel ist das breite Angebot an COVID-19-Tests, die Abbott entwickelt hat. Für Abbott ist es sehr wichtig, dass diese Tests der breiten Bevölkerung zur Verfügung stehen. Um dieses Ziel zu erreichen, mussten ausgewählte Wissenschaftler und diverse Teams weltweit zusammengebracht werden, die hart an der Umsetzung arbeiteten. So war es Abbott möglich, qualitativ hochstehende Produkte in kurzer Zeit kosteneffizient zu entwickeln.

Was hat Abbott in Zeiten von COVID-19,  konkret für die Schweiz getan?

Abbott hat sich verpflichtet, dem Bund genügend Tests für die Überwachung der Pandemie zu garantieren, wie auch alle weiteren Produkte weiter anzubieten.

Zu Ihrem eigenen Führungsstil – hat sich dieser seit dem COVID-19-Lock-Down verändert?

Da ich mitten in der Pandemie zu Abbott gestossen bin, war ein gewisser Führungsstil schon gegeben. Ich hatte das Glück, mein Team und meine Kollegen im August alle noch persönlich kennenzulernen. Das hilft enorm. Sonst kommunizieren wir virtuell, selbst unser Weihnachtsapéro und die Kick-offs waren alle digital. Es ergibt sich dadurch eine neue Kommunikationsqualität, wenn ich das so nennen kann. Wir freuen uns aber alle auf ein persönliches Wiedersehen.

Sie als Pharmazeutin verfolgen persönlich die Entwicklung integrierter Gesundheitsversorgungen wie z. B. das von Medbase. Können Sie uns verraten was Sie daran fasziniert?

Ich bin generell fasziniert von neuen Wegen, Innovationen und integrierte System-Konzepte interessieren mich dabei besonders. Vor 22 Jahren habe ich meine eigene Dissertation schon in diesem Gebiet entwickelt und ausgeführt. Ich habe damals spezifisch im Bereich der Dermatologie die Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte im Gesundheitsbereich anhand von realen Patientenfällen untersucht. Das Ergebnis war damals schon überzeugend: Für Patienten liefert eine integrierte Zusammenarbeit die besten Resultate. Ich war damals vielleicht ein wenig zu früh, doch wenn ich sehe, in welche Richtung sich Medbase entwickelt, sehe ich einige Parallelen. Das fasziniert und freut mich ausserordentlich, weil ich von diesem Konzept schon lange überzeugt bin.

Wie würden Sie Ihr Lebensmotto zusammenfassen?

Qualität und Ästhetik, beides ist mir sehr wichtig und beides muss in meinem Leben vorhanden sein. Wenn nicht, gibt es einen Tapetenwechsel. Ich mache immer wieder neu folgende Erfahrung: Wenn ich mich mit Qualität und Ästhetik umgebe, hat das einen stark positiven Effekt, letztlich auch auf meine Vitalität und Gesundheit.

Welche Menschen inspirieren Sie?

Positive und mutige Menschen. Menschen, die hoffnungsvoll stets neue Wege suchen und den Kopf nicht in den Sand stecken. Menschen die mutig voranschreiten, auch wenn ein bissiger Sturm vorüberzieht.

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