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Wettbewerb motiviert zu Höchstleistungen

Für Fabian Fortmann, Head of Diagnostics Schweiz bei Siemens Healthineers, ist der Wettbewerb ein natürlicher Treiber, der zu Höchstleistungen motiviert. Im Stettler Impuls Interview spricht er über Innovation, die Konsolidierungstendenzen im Diagnostik-Markt und erläutert, warum er als Führungskraft das Befähigen und Ermächtigen stets vor Augen hat.

Fabian Fortmann, vor einem Jahr wechselten Sie von der Welt der bildgebenden Verfahren in den Bereich Diagnostik, warum? Was war Ihre Motivation?

Die Labordiagnostik ist ein interessanter Bereich, der für die Medizin sehr relevant ist, nicht nur während einer Pandemie. Eine präzise Diagnostik kann eine sehr hohe Wirkung erzielen. So kann eine sichere Herzinfarktdiagnose Zeit und Geld sparen. In Anbetracht des wachsenden Kostendrucks im Gesundheitswesen also ein äusserst relevanter Bereich. Zudem sind bei Siemens Healthineers die bildgebenden Verfahren und die Labordiagnostik in einem Hause. Das alles hat mich fasziniert und motiviert mich bis heute.

Was passiert momentan im Diagnostik-Markt in der Schweiz? Welche Trends sehen Sie?

Ich sehe klare Tendenzen der Konsolidierung. Kleinere Labors von Spitälern tendieren dazu, sich mit anderen zusammen zu schliessen, d. h. die Privatlaborketten werden künftig grösser werden. Diese Tendenz ist eine logische Konsequenz, die der steigende Kostendruck generiert.

Welche Bereiche und Innovation bei Siemens Healthineers finden Sie persönlich besonders spannend?

Das «Diagnostik-Doppel-Angebot» in-vivo (im bildgebenden System) und in-vitro (im Labor) finde ich besonders spannend und, dass wir darüber hinaus auch den Bereich der Therapie abdecken. Mit dem letztjährigen Zukauf von Varian Medical Systems haben wir im Gebiet Therapie enorm dazugewonnen, sodass wir den Patientenpfad noch länger mitverfolgen können.

Können Sie uns ein Beispiel dafür nennen, wie Siemens Healthineers Innovation im Bereich Diagnostik voranbringt?

Im Bereich Point of Care haben wir einen Herzinfarkt-Marker für Notfälle, in denen die Geschwindigkeit überlebenswichtig ist. Wir können das «High sensitive Troponin I» in lediglich 8 Minuten diagnostizieren und das mit wenig Blut von der Fingerkuppe. Dadurch ist der Workflow optimiert: die richtige Massnahme in kurzer Zeit.

Die COVID-Pandemie ist allgegenwärtig – was macht Siemens Healthineers in diesem Bereich?

Wir haben einen Covid-Schnelltest auf den Markt gebracht, in Deutschland etwas früher als in der Schweiz, der in unabhängigen Studien im Bereich Test-Qualität sehr gut abgeschnitten hat. In unserem breiten Angebotsportfolio befinden sich darüber hinaus Labortests und Diagnosemöglichkeiten für die Veränderung von Lungen als Folge einer Covid-Infektion, beispielsweise durch eine Röntgen- und CT-Untersuchung.

Wie positioniert sich Siemens Healthineers im Vergleich zu den Mitbewerbern?

Speziell in der Schweiz hat die Vertriebs- und Serviceorganisation die Grösse eines KMU mit rund 300 Mitarbeitenden. Dadurch haben wir die Chance enge Kunden- und Kollegenbeziehungen zu pflegen. Der globale Brand dient uns als Rückgrat. Dadurch haben wir die Möglichkeit innovative Produkte hier auf den Markt zu bringen. So ist zum Beispiel die Atellica Solution, ein Hochdurchsatz-Instrument für klinische Chemie und Immunologie, am Markt bereits gut etabliert. Unter der «Atellica-Familie» werden wir jetzt regelmässig weitere Produkte in den Markt einführen, die wir in unserem Showroom in Zürich präsentieren.

Wie lautet Ihr persönliches Resümee über das erste Jahr als Head of Diagnostics Schweiz – auf was sind Sie besonders stolz und was hat Sie herausgefordert?

Besonders gefreut hat mich die gelungene Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Aarau. Wir durften ein neues Labor gestalten und haben dabei die Laborautomation konzipiert und eingerichtet. Diese ermöglicht einen idealen Workflow, um die Proben abzuarbeiten. Dieses Projekt erfüllt mich mit Stolz auf unser gesamtes Team. Inmitten der Pandemie in eine neue Firma einzusteigen und ein Team zu führen, zu fördern und zu fordern, das hat mich schon herausgefordert.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Ich führe auf der Grundlage des Enablements und Empowerments. Meine Mitarbeitenden mit Hilfe der richtigen Werkzeuge zu befähigen und zum eigenverantwortlichen Arbeiten zu ermächtigen, ist mir ein grosses Anliegen. Jede und jeder im Verkaufsteam soll selbst Entscheidungen treffen und auch stolz auf den eigenen Erfolg und auf den Erfolg des Teams sein können. Das Befähigen und Ermächtigen habe ich stets vor Augen.

Wie befähigen und ermächtigen Sie ihre Mitarbeitenden?

Durch regelmässigen Dialog, tieferes Nachfragen, gemeinsames Nachdenken und gezielte Coachings.

Was möchten Sie zukünftig verändern / verbessern?

Ich denke, dass Erfolg kein Zufall ist. Wir haben im Team neue Strategien entwickelt, die wir erfolgreich umsetzen wollen. Im Rahmen dieser Strategien wollen wir die Bereiche in-vivo und in-vitro noch weiter überlappen lassen, indem wir die Zusammenarbeit fördern und stärken.

Wenn Sie etwas mit einem Fingerschnipp verändern könnten, was wäre das?

Ich bin im Verkauf stark verwurzelt, so wäre es ein Traum, wenn alle Items, die sich auf unserer Entwicklungs-Roadmap befinden, ab heute auf einen Schlag verfügbar wären.

Was tun Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Ich mache gerne Triathlon, hatte schon immer Freude am Wettbewerb. Der Wettbewerb motiviert auf natürliche Art und Weise zu Höchstleistungen. Und sonst koche und esse ich sehr gerne mit Freunden.

Am Anfang Ihrer Karriere haben Sie als Projektleiter drei Jahre in Malaysia gearbeitet und gelebt. Welches Ereignis hat Sie dort am meisten geprägt?

Ich dachte, ein Projekt liesse sich dort genauso abwickeln, wie ich es gewohnt war. Aber das war ein Irrtum. Da sich die Gegebenheiten vor Ort nicht ändern liessen, musste ich mich anpassen. Das hat meine Flexibilität erhöht.

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Welche Themen bewegen das Gesundheitswesen? Wie gehen Unternehmen mit den anstehenden Herausforderungen um? Welche Trends zeichnen sich ab? Denkanstösse für den Branchenalltag? Im persönlichen Stettler Impuls Interview kommen exklusiv spannende Impulsgeber und Innovatoren zu Wort.

© Stettler Impuls Interviews
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